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VORZEITBURG IN DŁUGIE

Die Vorzeitburg in Długie (deutsch Burgwall) befindet sich auf einer Moränenanhöhe im Nördlichen Teil der Halbinsel, die vom Süden den Lipie See und den Słowa See trennt. In der Urzeit oder auch noch im Mittelalter stand die Vorzeitburg auf einer Insel umgeben von einem See.

Die Vorzeitburg war 200 Meter lang und 90 Meter breit. Von der nördlichen Seite sind die Überreste der Dämme erhalten geblieben. Von der südlichen Seite fällt leicht das Gebiet. An der östlichen Seite befinden sich die Moränenanhöhen.

Diese Stelle wurde noch in der Urzeit genutzt. Später befand sich hier eine slawische Burg, vielleicht auch mit dem Burg in Santok verbunden. Um die Jahrtausendwende des 13. und des 14. Jahrhunderts hat man hier ein Schloss mit zahlreichen Landgütern, u.a. in Długie, Ługi, Ogardy und Pielice erbaut, das zur Familie von Bornstedt gehörte. An der höchsten Stelle befand sich ein Ritterhof und an der niedrigsten Stelle eine Art wirtschaftlichen Hinterhofs. Die Vernichtungen verbunden mit dem Überfall von Władysław Łokietek im Jahre 1326 setzten wahrscheinlich dem Schloss das Ende. 1337 blieb Długie und die benachbarten Dörfer verlassen. Diese Stelle wurde später weder bewohnt, noch als Militärobjekt genutzt.

Archäologische Untersuchungen

Im Jahre 2011 hat man rund um die Vorzeitburg archäologische Untersuchungen durchgeführt während der man Fragmente der Keramik, des Lehmfußbodens, der Ziegel und der Dachziegel, sowie die Feuersteinspäne, metallische Gegenstände und Schlacke gefunden hat.

Das keramische Material stammt aus mehreren Zeitperioden. Die ältesten Fragmente stammen aus der Jungsteinzeit – der früheren Bronzeepoche, der Sorben Kultur und der Römerzeiten. Wir haben auch mit der Keramik aus dem Frühmittelalter (10. – 11. Jh.) zu tun. Am zahlreichsten taucht jedoch die Keramik aus der Jahrtausendwende des 13. Und des 14. Jahrhunderts, die sog. graue Keramik. Diese Tatsache deutet daraufhin, dass es hier eine Ritterburg gestanden hat, erbaut in der Zeit der Koloniesierung dieser Gebiete durch die Markgrafen aus Brandenburg. Bei den metallischen Gegenständen handelt es sich um eiserne Nägel mit einem abgerundeten Kopf, die aus der Dachfläche bedeckt mit Dachschindel stammen, sowie um Bügelfragmente oder sogar vielleicht die Taschenbeschläge. Wenn es um die Ziegel und die Dachziegelfragmente geht, sind sie ein Beweis dafür, dass es hier im Mittelalter ein gemauertes Bauwerk gegeben hat, wahrscheinlich ein Ritterhof.

Ein interessantes Fund sind auch die Überreste der Schlacke, die mit Sicherheit  aus der Schmiede stammen, wo man die Gegenstände für das Schloss angefertigt hat.

Sagen verbunden mit der Vorzeitburg

Mit der Vorzeitburg sind zahlreiche Legenden verbunden. Eine von ihnen sagt, dass hier ein Schloss des Räuberritters gestanden hat, der die Händler überfallen hat, die mit einer  Handelsstrecke gereist sind. Noch vor hundert Jahren konnte man deutlich die Umrisse der Dämme und des Wassergrabens erkennen. Eine weitere Sage erzählt von einem Wanderer, der den Räuberritter gefangen hat und ein schreckliches Zauberwort gesprochen hat. Infolgedessen wurde das Schloss zu einem riesigen Felsen und alle die, die sich drin befanden – darunter der böse Ritter und seine Jungfrauen – zu Stein wurden.

Eine andere Legende betrifft die bereits erwähnten Jungfrauen aus dem Schloss, die verflucht waren. Eines Tages trafen zwei Jungfrauen im Urwald einen Wanderer und baten ihn, damit er sie um Mitternacht besucht und vom Fluch befreit. Sie haben ihn mit Kostbarkeiten gelockt, die er als Belohnung behalten durfte. Doch um Mitternacht, saß der Wanderer immer noch in der Kneipe und trank. Als er endlich den Mut hatte, die aufgezeigte Stelle zu besuchen, war es schon zu spät. Unterwegs durch den Wald hörte er vom Weiten die Trompeten und den Gesang. Um Mitternacht hörte er Geschrei und Jammern. Die Jungfrauen aus dem Schloss wurden vom Fluch nicht befreit und müssen so weitere Jahrhunderte warten, bis je