PL EN DE

Die verlorengegangenen Denkmale Friedebergs

rysunki: Leszek Włodkowski-Moszej

Burg

GrodziskoDie wahrscheinliche Stelle der vorstädtischen Siedlung „Strelci” befindet sich im Nordosten heutigen Stadtgebietes. Die Siedlung samt Burg wurde in einem kriegerischen Überfall des Fürsten Przemyslau im Jahre 1272 zerstört. Der Name war mit den Schützen, Jagdhaus bzw. Jagdrevier – Lustplatz oder mit einer Siedlung der fürstlichen Krieger verbunden. Ursprünglich befand sich hier neben der Siedlung auch ein slawischer befestigter Hof, später ausgebaut und in der Funktion eines Schlosses vom Markgrafen Konrad überwachte es die beliebte Verkehrroute. Zum Thema der zerstörten Burganlage („castrum”) existieren keine schriftlichen Quellen. Der Name „Strzelcze” taucht noch im 15. Jh. beim polnischen Chronisten Jan Długosz.


Rathaus des Mittelalters

679555a7c42d106debf1f8a666d43c80.png

Das Rathaus wurde im 15. Jh. zweistöckig im Mauerwerk und mit keramischen Satteldach erbaut. Wahrscheinlich stand es mit der Giebelwand zur Kirche. Am Rathaus grenzten die Krambuden. Im 15 Jh. bereits ging das Rathaus in Ruine und man entschied sich einen neuen Sitz der Stadtverwaltung zu bauen. Aus einer Quelle von 1702 ist bekannt, dass sich auf dem Markt noch Relikte des mittelalterlichen Rathauses standen, wo sich die Apotheke gen. Altes Rathaus befand. Der Apothekenbesitzer was Christian Freund, der das Gebäude vom Arzt Erasmus Corvinus erwarb. Um Mitte des 18. Jh. wurde das Haus in ein Weinkeller umgewandelt, auch in Händen eines Apothekers. Im Jahre 1838 im Rahmen der Ordnungs- und Umbauarbeiten wurden die Relikte des ersten Rathauses beseitigt.

euzeitliches Rathaus

dc768410b83984e996c6016ccff961cd.png

Das Gebäude wurd in den Jahren 1600-1602 auf dem Markt, neben den Relikten des mittelalterlichen Rathauses errichtet. Die feierliche Einweihung fand am 5. September 1602 statt. Das Rathaus ist auf den Stadtansichten der Neuzeit von Mathäus Merian d.Ä. und Daniel Petzold zu sehen. Es war ein zweistöckiges Fachwerkhaus auf einem festen Kellergeschoss, bedeckt mit keramischem Satteldach und Dachlaterne. Über dem Eingang stand:: „Curia dat curas, a curis curia dicta”. Nach einer Beschreibung von 1716 war das Haus baufällig. Dabei wurde die Inneneinrichtung aufgezählt: Ratssitze von 1593, Kronleuchter aus Hirschgeweih mit Mariafigur und Eisenkette, Ellen-Mass-Stock, Sonnenuhr, Henkerschwert und Löschgeräte. Endgültig wurde das Gebäude 1727 abgetragen mit Ausnahme einiger Räume zum Zweck der Wache und Apotheke.

Landsberger Tor

3afb383ef5a5eddbac2ae68c24e1da7d.png

Das Landsberger bzw. Birkholzer Tor wurde in der 1. Hälfte des 15. Jh. im Westen der Stadt wohl anstelle eines älteren Baus errichtet. Es war ein viereckiger Turm mit scpitzbögiger Durchfahrt. Das Tor wurde aus Feld- und Backsteinen mit Kalkmörtel gemauert. Ursprünglich war das Tor mit einem spitzen Schweifdach gekrönt, das im Jahr 1711 durch ein KrüppelSatteldach ersetzt wurde. An der Aussenseite der Stadtbefestigung verstärkte das Stadttor ein Aussentor. Das Gebäude ist auf den Stadtansichten von Mathäus Merian (vor 1652) und Daniel Petzold (1710-1715) zu sehen. Ostfassade war dreistöckig und in den zwei oberen Etagen mit schmalen spitzbögigen Fensternischen geschmückt. Von der Aussenseite (West) die Durchfahrt war mit einem mobilen Gitter in einer bögigen Nische zu verschliessen. Das Tor verschwand in mehreren Etappen – 1821 wurde die Aussenseite mit Torschreiberhaus abgerissen, 1866 infolge des schlechten baulichen Zustandes und Verkehrshinderung auch der Torturm.

Augustinerkloster

55d5820062955f58765caa01d1f99a65.png

Das Kloster der Augustinermönche befand sich im Südosten der Stadt (heute ulica Saperów 34). Augustiner kamen nach Friedeberg im Jahre 1290. Die Klosteranlage wurde 1433 infolge des Hussitenüberfalls beschädigt. Im Jahre 1437 ging eine Kollekte für den Wideraufbau der Bauten. Nach der Reformation wurde das Klostergut säkularisiert. Zunächst gehörte es privater Hand. 1552 wurde hier eine Schäferei eingerichtet. 1616 erhielt Nikolaus Schubert die Bestätigung des Eigentums der Klosterbauten mit Genehmigung die umzubauen und für Handwerk und Ausschank zu nutzen. In den Jahren 1620-1632 war der Stadtrat Eigentümer. 1637 zerstörte ein Brand die Bauten. Im Jahre 1712 das alte Klostergrundstück diente als Brau- und Ausspannungsstätte.

Augustinerkapelle

0bb0ecfb19081bec4d687415a651d209.png

Augustiner besassen eine bescheidene Kapelle vor dem Landsberger Tor. Für das Jahr 1616 ist die Existenz des Gebäudes bestätigt. Der Besitzer war Nikolaus Schubert, der 1620 das Klostervermögen an den Stadtrat verkaufte. Nach Christian Beckmann 1712 vor dem Landsberger Tor stand eine verfallene Kapelle ohne Bedachung, deren Name vergessen wurde.

Archidiakonat

0b6e500e76fb7f32d4bc4e7978ab4340.png

Das Archidiakonat hatte die Stadt bereits gegen Ende des 13. Jh. Das Gebäude, obwohl erstmalig in der Neuzeit erwähnt, war ein Überbleibsel der vorreformatorischen Zeit und stammte aus dem späten Mittelalter. Es ist bekannt, dass im Hinterhof sich ein Gmüse- und Obstgarten befand. Im Jahre 1684 war das mit Strohdach bedeckte Haus im schlechten Zustand.

 

Töchterschule

a65ec1a9b3f53eaec6692499b5767e2a.png

Eine Mädchenschule wird 1580 erwähnt. Das Gebäude befand sich an der Westseite des Kirchplatzes und wurde immer wieder aufgebaut, modernisiert und saniert. Das Gebäude wurde 1830 abgerissen.

Stadtschule

d09150631b35baca7b3a5a05be7497f1.png

Das Gebäude wurde 1574 an der Seite des Kirchplatzes im Fachwerk und mit einem keramischen Satteldach errichtet. Die Schule besass fünf Stuben für die Kantor-, Organist- und Kirchendienerwohnung. Aufgrund des schlechten technischen Zustandes wurde das Haus 1766 abgerissen.


 

Neue Stadtschule

40c3d83e0226c90e554ea2c4cdfde617.png

Im Jahre 1766 wurde ein Haus in der Nordstrasse gekauft und an seiner Stelle führte Baukommissar Gemmlich das neue Schulgebäude aus. Die Kosten deckte zum Teil die preussische Kammer aus einer Kollekte aus dem ganzen Land. An dieser Stelle entstand 1830 ein weiteres Schulhaus. Bei dem Bau betätigten sich Mauer Schmidt und Zimmerer Butschke. Auch diese Massnahme wurde vom König zum Teil mitfinanziert. In dem Gebäude waren drei Klassen der Bürgerschule und zwei der Knabenvolksschule, eine Aula und die Dienstwohnung des Rektors untergebracht. Im Jahre 1867 wurde das Gebäude zum Zweck des Gymnasiums aufgestockt.

 

Jüdische Schule

4929d8abc76f7d11ed8aac825312d064.png

Die jüdische Schule wurde 1680 unter der Adresse 34 gegründet. Die architektonische Form ist nicht bekannt.

Synagoge

84608389948d8d00d8b2975ca726671f.png

Das jüdische Gotteshaus wurde 1679 errichtet. Das Gebäude war 1769 in einem sehr schlechten Zustand, so liess es der Bürgemeister 1769 abreissen. Man schrieb, dass dieses „elende, ganz von Holz zusammengefügtes Gebäude (…) der Strasse ein zu miserables Ansehen gäbe“. Die Gemeinde von 23 Familien war damit nicht einverstanden und 1771 baute sie den Tempel wider.

 

Jüdischer Friedhof

14414d5ad20672ccc53be74f03efcc34.png

Die mosaische Grabstätte wurde an der Strasse nach Woldenberg 1719 angelegt. Dafür müsste die jüdische Gemeinde bis 1869 eine gesonderte Taxe entrichten. Die jüdische Gemeinde in Friedeberg war vergleichbar zahlreich, sie genoss aber keine privielegierte Stellung in der sozialen Struktur der Stadt.

 

Bäder

5f1c08cc0dfd9aa97e831879de89f959.png

Das Bad der Stadt stand an der heutigen ulica Mickiewicza, der ehemaligen Baderstrasse. Im Jahre 1697 das Bad, vor dem sich ein Stadtbrunnen befand, stand auf dem Grundstück Nr. 9.

 

St.Georg-Hospital

5082a56f45030d8edd1c4d7e6f4df716.png

Das Hospitalgebäude wurde im 14. Jh. vor dem Landsberger Tor für ansteckenden Kranken angelegt. Zu dem Vermögen gehörten zwei Hufen Land und ein Garten. Das Hospital wurde 1738 wiederaufgebaut. In seiner Nähe bestand ein Friedhof. Zu dem Komplex gehörte bescheidene einstöckige Fachwerkbebauung. Das Haus stürzte 1910 zusammen.

 

St.Gertraude-Hospital

683cb4960a710ef0c9e8d5b4f5277c59.png

Das Hospitalensamble wurde im 14. Jh. vor dem Mühlentor für die Amen und Wanderer erbaut. Dem Hospital gehörten drei Hufen Land und ein Garten. Bei der schwedischen Belagerung brannte das Hospital 1642 ab. Nach dem 30-jährigen Krieg gebann man mit dem Wideraufbau. Das Gebäude wurde 1741 fertig. Es war ein bescheidenes einstöckiges Fachwerkhaus.

 

Menage des Garnisons

87ea532d778303f6843de8b2c050df37.png

Das Gebäude der Reithalle wurde 1821 vor dem Landsberger Tor errichtet. Es war ein Fachwerkbau mit Ziegeldach. Daneben lag ein grosser Reithof. Die Halle diente dem Garnison bis 1870. In diesem Jahr verliessen Friedeberg endgültig das 3. und 4. Geschwader des hier stationierten 10. Dragoner-Regimentes. Seidem war die Stadt nier wider Garnisonssitz. Die Reithalle wurde bald in eine Turnhalle umgewandelt und mit der Bepflanzung mit Bäumen wurde aus dem Reithof ein Park.

 

Proviantmagazin

4d53f6f41f7d470b76bc3c6f662486f0.png

Das Futterlager wurde 1726 erbaut. Das Gebäude befand sich an der Strassenkreuzung (Zachodnia und Adama Mickiewicza Strasse). Proviantmagazin wurde aus Abrissmaterial des Landsberger Tores und der Stadtmauer gebaut und diente hiesigem Garnison der Dragoner des Regimentes von Knobelsdorf. 1812 befand sich hier ein Lazarett für die Napoleonischen Truppen. Das Gebäude brannte 1854 ab.

 

Färberei

d2d7c3821cb1d3bb8d2083c7e42a2db3.png

Die Färberei entstand am See an der Strasse nach Driesen gegen Ende des 18. Jh. Im 7-jährigen Krieg wurde das Gebäude zerstört. Nach dem Krieg bekamen 45 Tuchmacher die Bestätigung ihrer Zunftrechte und die Erlaubnis die Färberei am Obersee wiederzuerrichten. Die Färberei wurde mit königlicher Gnade 1764 wiederaufgebaut.

 

Schäferei

6ffd18c02bcea896514c4ad52fc5da2f.png

Die Schäferei wurde vom Stadtrat Friedeberg 1620 erbaut. Es war ein Fachwerkgebäudekomplex südlich des Landsberger Tores. Die Schäferei ist auf der Stadtansicht von Mathäus Merian d.Ä. zu sehen. Es sind umzäunte Bauten mit Satteldächern. Sie wurden im 30-jährigen Krieg zerstört.

 

Darre

f43b1e23b733535f091200104ba41486.png

Das Gebäude einer öffentlichen Darre in Friedeberg entstand 1721. Die Darre stand vor dem Mühlentor und wurde nach dem Brand von 1764 zwei Jahre später neu gebaut.

 

Windmühle

fbdf0159262d9d9093c195c50975a377.png

Eine Mühle nach dem Beispiel der Holländerwindmühlen wurde 1713 an der Strasse nach Woldenberg von einer privaten Person erbaut. Die Baugenehmigung erteilte der Preussenkönig Friedrich Wilhelm I.