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Berühmte Einwohner von Friedeberg Neu-Mark und der benachbarten Ortschaften

1. Achaz Heinrich von Alvensleben - geb. am 3. April 1777 in Zichtau, gest. am 3. April 1777 in Friedeberg. Ein Vertreter der bekannten Brandenburger Adelsfamilie. General, Kommandeur des Dragonenregimentes in Friedeberg. Im Jahre 1733 begann er sein Studium in Halle, doch schon ein Jahr später gab er es auf und fing mit einer brillanten Karriere im Militär an. Im Jahre 1739 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Jahre 1741 wurde er in der Schlacht bei Mollwitz verletzt. Er nahm auch an der Schlacht bei Zorndorf 1758 teil, wofür er den Orden Pour le Merite erhielt. Im Jahre 1761 wurde er zum Oberleutnant befördert und zwei Jahre später zum Kommandeur des Dragonenregimentes in Friedeberg ernannt. Im Jahre 1766 beförderte man ihn zum General. Er starb 1777 in Friedeberg und wurde in der lokalen Pfarrkirche bestattet. Seine dankbaren Soldaten stifteten in der Friedeberger Kirche ein Epitaphium mit einem Gemälde von Bernhard Rode zu seinen Ehren. Alvensleben besaß ein Fachwerkhaus in der Front des Friedeberger Markets, das 1775 durch die Stadt gekauft wurde; man hat dort dann das Magistrat untergebracht.  

2. Wichard von Alvensleben - geb. am 19. Mai 1902  in Witenmoor, gest. am 14. August 1982 r. in Ascheberg. Ein Vertreter der zahlreichen, verdienten Adelsfamilie, die in der Geschichte von Tankow oft Erwähnung findet. Ein Johanniter, Eigentümer von Tankow, Ehemann von Cora von Erxleben (gest. am 29. Januar 1945), Besitzerin von dortigen Landgütern. Im 2. Weltkrieg Offizier in der Wehrmacht, kämpfte in den Kampagnen in Polen, Frankreich und Russland, wofür er mit dem Eisernen Kreuz der 1. Klasse geehrt wurde, dann in Afrika und in Italien. Am 30. April 1945 machte er sich berühmt, indem er die Gefangenen des Lagers Alpenfestung in Niederhof, Südtirol, befreite, die als Sondergefangene der SS und Gegner des Dritten Reiches galten. Kurz danach geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Freilassung heiratete er Astrid von Brand aus Lauchstädt. Sie lebten zusammen im Landgut Aschenberg bei Plön in Holstein, wo sie sich u. a. der karitativen Tätigkeit widmete.         

3. Carl Friedrich Benekendorf – geb. 1713 in Blumenfelde, gest. 1788. Er studierte das Wechselrecht an der Universität in Halle. Im Jahre 1735 hatte er den Posten des Rates beim Obersten Gericht in Berlin inne. 1742 übernahm er den Posten des Präsidenten bei der Oberamtsregierung in Breslau, den er bis 1752 innehatte, als bestimmte Unregelmäßigkeiten an den Tag gelegt wurden, was für ihn mit mehreren Jahren Haft endete. 1759 wurde er begnadigt. Er war Agronom, Besitzer eines Landgutes in Blumenfelde, sowie Verfasser von mehreren anerkannten wirtschaftlich-rechtlichen Werken: Berliner Beiträge zur Landwirthschaftswissenschaft, 1771–85, 2. Auflage 1789; Oeconomia forensis, 8 Bde. 1775–84; Der Landwirth in und nach dem Kriege, 1779 und andere.

4. Paul Biens – geb. am 24. Januar 1874 in Eichberg. Lehrer und Chronist. Aufgrund seiner Forschungen veröffentlichte er Sammlungen von neumärkischen Legenden (Heimatklänge – Sagen und Bilder aus der Geschichte der Neumark, 1908). Er lernte in Lehrerbildungsanstalten in Friedeberg und in Neuzelle. In den Jahren 1898-1900 war er Lehrer in Giesenbrügge. Anschließend zog er nach bis zu Lippehne, wo er bis 1931 auch als Lehrer tätig war. Er starb in Lippehne am 23. Februar 1945. Er ist Verfasser von mehreren Geschichtsbüchern, wie z. B. Chronik der Stadt Lippehne und der umliegenden Dörfer (1908) oder Der Kreis Soldin während der Zeit der Reformation und des 30jährigen Krieges (1908).

5. Franz Balthasar Schönberg von Brenckenhoff – geb. am 15. April 1723 in Reidelburg an der Saale, gest. am 21. Mai 1780 in Hohenkarzig. Hervorragender preußischer Beamter, seit 1762 Geheimkriegsrat und Domänenrat, zuständig für die Bodenverbesserung und Bewirtschaftung des Warthe- und Netzebruches, Erbauer des Bromberger Kanals. Im Alter von 15 Jahre in Dienst des Fürsten Leopold von Anhalt Dessau gegeben. Seit 1745 Stallmeister des Fürsten, zwei Jahre später Direktor der Rentenkammer. Gleichzeitig leitete er Trockenlegungsarbeiten auf den Wiesen an der Elbe. Im Jahre 1762 wurde er von Friedrich II. Zum Wiederaufbau von zwei preußischen Provinzen nach den Verwüstungen des Siebenjährigen Krieges berufen. 1772 begann er auf Anweisung des Königs Arbeiten am Bau des Bromberger Kanals. Einer Unterschlagung verdächtigt, wurde er 1786 von seinem Posten abberufen und von allen Privilegien und Ehren abgeschnitten. Besitzer von vielen Gütern, darunter jener mit Sitz in Lichtenow und Breitenwerder. Pächter des Landgutes in Hohenkarzig. Seine zweite Ehefrau war Elisabeth Gottliebe von Papstein, Tochter des Besitzers von einem Teil von Mansfelde. Dieser Ehe brachte drei Kinder zur Welt. Er starb in Hohenkarzig =, wurde in der Kirche in Lichtenow bestattet. Nach seinem Tod wurde sein Vermögen von König konfisziert. Nach Brenckenhoff wurden mehrere Ortschaften benannt: Brenkenhofsbruch, Brenkenhofsfliess und Brenkenhofswalde. 

6. Max Dennert – geb. am 13. März 1861 in Friedeberg, gest. am 29. September 1922. Deutscher Bildhauer. Er lernte zuerst bei Maler Lauger und Architekten Fayerabend in der Kunsthandwerkschule in Hannover. Danach bildete er sich in Hannover bei Professor Klaulbachs im Bereich Zeichnung sowie in Berlin in der Kunstakademie bei Professor Herter aus. Erst in seinem 27. Lebensjahr entwickelte er Interesse für Steinhauerei; damals trat er auch der Berliner Akademie der Schönen Künste bei und beschloss, in Berlin für immer ansässig zu werden. Unter seinen Werken sind die folgenden bemerkenswert: die Denkmäler der Kaiser Wilhelm und Friedrich in Friedeberg, die Musikantengruppe aus dem Bremer Brunnen, Skulpturen bei dem Schloss Charlottenburg sowie Sphinxen am Eingang zur Villa Krupp.

7. Albert Guse - geb. am 18. Januar 1900 r. in Berlin, gest. 1968. Deutscher Zeichner, Grafiker, Maler und Pädagoge. Auch erzogen wurde er in Zingst an der Ostsee. Absolvent der Lehrerausbildungsanstalt in Friedeberg. Verbunden mit dem Künstlermilieu in Berlin, wo er an der Akademie der Schönen Künste studierte. Er machte eine Studienreise nach Italien. Danach Kunstlehrer am Arndtgymnasium in Berlin. Bekannt und geschätzt vor allem durch seine Ansichten der Friederberger Landschaft sowie der historischen Kirchen, Gutshäuser und Paläste des Frieder Berger Landkreises, veröffentlicht in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts im Heimatkalender für den Kreis Friedeberg. Nachdem zahlreiche Gebäude zerstört und Landschaften umgestaltet worden sind, bilden seine Zeichnungen eine unschätzbare Bildquelle zur Geschichte von Friedeberg und des Friedeberger Landes.      

8. Paul Kranz - geb. am 3. März 1876 in Friedeberg, gest. am 28. Dezember 1930 in Chemnitz. Deutscher Architekt und Hochschullehrer. In den Jahren 1883 bis 1902 besuchte er die Bauschule in Zerbst und die Technische Hochschule in Berlin Charlottenburg, wo er als Assistent von Christoph Hehl tätig war. Im Rahmen seines Studiums besuchte er Österreich, Italien, Frankreich und Dänemark, entschied sich aber letztendlich, sich in Charlottenburg ansässig zu machen, wo er bis 1914 Miteigentümer der Architektenfirma „Köhler und Kranz” war. Er spezialisierte sich im Bau von Kirchen, Schulen, Wohnhäusern, aber auch Friedhofanlagen. Im Jahre 1919 zog er nach Chemnitz um, wo er bis 1930 Skizze bei der Städtischen Bauakademien lehrte. Er war Mitglied im Verband Deutscher Architekten sowie im Deutschen Werkbund. Von ihm stammen unter anderem die Baupläne des Rathauses in Eberswalde (1900), des Gymnasiums in Wilhelmshaven (1903), der Kirche in Berlin Tempelhof (1914), der Industriebetriebe Esche in Chemnitz (1922) sowie der Kirche in Neuwiese (1926).

9. Wilhelmine (Enke) von Lichtenau - geb. am 29. Dezember 1753 in Dessau, gest. am 9. Juni 1820 in Berlin. Ihr Vater, Johann Elias Enke, war königlicher Hoftrompeter und Miteigentümer eines Gasthauses in der Spandauer Straße in Berlin. Wilhelmine war seit 1769 offizielle Mätresse des Erzherzogs, dann des Königs Friedrich Wilhelm II., bis zu seinem Tode im Jahre 1796. Von dieser Beziehung stammen fünf Kinder. Schon 1769 erhielt sie ein Haus im Garten des Charlottenburger Schlosses sowie 30.000 Taler Jahresgehalt. Im Jahre 1787 wurde sie gemäß den Willen des Königs mit Landgütern in Lichtenow und Breitenwerder beschenkt. Im Jahre 1790 stiftete sie die bis heute erhalten gebliebene Kirche in Lichtenow. Im Jahre 1782 heiratete sie Friedrich Grafen von Rietz, den königlichen Schatzmeister. 1796 erhält sie vom König den Titel der Gräfin von Lichetnau verliehen, mit Rückwirkung von 1794. Nach dem Tod des Königs wurde sie des Hochverrats beschuldigt und in der Festung in Glogau gefangen gehalten; ihr Landgut konfisziert. Im Jahre 1802 ging sie nach Breslau, wo sie zum zweiten Mal heiratete. In der Ära Napoleon wurde die Gräfin rehabilitiert und erhielt ihre Güter teilweise zurück. Sie starb 1820 in Berlin und wurde dort bestattet.

10. Dr. Paul Müller - geb. am 12. April 1878 r. in Frankfurt an der Oder, gest. 1957. Oberlehrer und langjähriger Leiter des Stadtgymnasiums in Friedeberg. Liebhaber der Regionalgeschichte und der Schönheit des Friedberger Landes. Er kam 1905 nach Friedeberg, wo er mit der Arbeit im hiesigen Gymnasium anfing. Er richtete das Heimatmuseum in Mühlentor in Friedeberg ein. Verfasser des Anhangs zur zweiten Auflage (1909) der ausführlichen Geschichte Friedebergs von Carl Treu. Er sammelte Legenden und Sagen über das Friedeberger Land, war Verfasser eines historischen Romans und zahlreicher Artikel zur Regionalgeschichte.

11. Ludwig Noster – geb. am 9. Oktober 1859 in Friedeberg, gest. am 29. Mai 1910 in Friedeberg. Deutscher Porträt- und Landschaftsmaler, verbunden mit dem Berliner Künstlermilieu. Des Künstlers Vater, Heinrich Noster, war Besitzer einer kleinen Tischlerwerkstatt in Friedeberg. Ludwig lernte zuerst in der Grundschule, dann im Königlichen Gymnasium in Friedeberg. Anschließend studierte er an der Akademie in Berlin, wo er Beziehungen zu Adolph Menz unterhielt. Kurz danach machte er eine Studienreise nach Düsseldorf und in die Niederlande. Im Jahre 1885 ließ er sich in Berlin nieder, um drei Jahre später den Posten des kaiserlichen Hofmalers zu erhalten. Im Jahre 1906 wurde er zum Professor der Berliner Akademie der Schönen Künste ernannt. Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme reiste er nach Edam in Holland aus und anschließend zog er nach Friedeberg, wo er starb und bestattet wurde. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Porträts des Kaisers Wilhelm II., des Prinzen Heinrich von Preußen, der Grafen: Arthur von Possadowsky und Udo von Stolberg oder des Industriellen Adolf Krupp. Auf dem Kommunalen Friedhof befindet sich immer noch sein Grabstein, gefertigt von Hans Latt.      

12. Johannes Merkelin – geb. vor 1325 gest. ca. 1400 in Friedeberg. Augistinermönch, Klostervisitator, anerkannter Philosoph und Theologe. Er studierte Philosophie und Theologie in Paris um in Italien. Unter seinen Meister am nannte er Thomas von Straßburg und Johannes Klenkok. Dann wurde Merkelin zum Theologielehrer im Augustinerkloster in Friedeberg. Kurz danach ernannte man ihm zum Provinzial der Augustinerklöster in Pommern, Preußen und in der Neumark. Im Jahre 1380 besichtigte er die Augustinerklöster auf dem Gebiet des Deutschordensstaates, wo er sich mit dem Ermländer Bischof Heinrich III. Sörbom befreundete. Auf dessen Einladung hin weilte er im Schloss in Heilsberg. Eine Zeit lang befliss er sich dort auch den Studien an den Archivsammlungen des dortigen Augustinerklosters. Gegen das Ende seines Lebens kehrte er nach Friedeberg zurück, wo er dahinschied und bestattet wurde. Von seiner Feder stammen unter anderem  Rationale operum divinorum, Sermones epistolares dominicales und Sermones de sanctis. All diese Werke zeugen von tief greifender Kenntnis der Philosophie und Theologie. 

13. Hugo Prejawa – geb. am 24. Juni 1854 in Dwarischken (Landkreis Gumbinnen), gest. am 26. Oktober 1926 in Friedeberg. Deuscher Baubetreuer und Verfasser von Beiträgen zur Architektur. Vor 1884 heiratete er Anna Sohr, mit der er drei Kinder hatte (Gertrufe, Eva und Paula). Am 17. Oktober 1890 zog er nach Diepholz (Niedersachsen) um. Sieben Jahre später wurde er nach Salzwedel (Sachsen-Anhalt) versetzt, wo er bis 1910 als Landkreisbaubetreuer tätig war. Am 15. Mai 1910 wurde er erneut versetzt, diesmal nach Friedeberg, wo er in der Stadthofstraße 2 (heute ul. Wyzwolenia 2) wohnte. Zu seinen Werken gehört das modernistische Gebäude der heutigen Musikschule. Er starb in Friedeberg nach einer langwierigen Krankheit. Verfasser von zahlreichen Artikeln, z. B.: „St. Marienkirche in Salzwedel” (1904), „Erbauung und Architektur der Klosterkirche zu Diesdorf“ (1905) oder „Die Burg Erxleben” (1907), „Das Mühlentor in Friedeberg Nm.“ (1918).

14. Max Ludwig Rehmann – geb. am 28. Januar 1842 in Hammer, gest. am 10. Dezember 1922 in Landsberg (Warthe). Sohn des Landgutbesitzters in Hammer. Er studierte Geschichtswissenschaften und Philologie an Universitäten in Halle und Berlin. 1872 promovierte er in Philosophie. In den Jahren 1881-1904 war er Lehrer für Lateingeschichte und Französisch im Friedeberger Gymnasium. Als Altersrentner zog er nach Landsberg. Er war Mitbegründer des Vereins für Geschichte der Neumark, Verfasser von mehreren wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Beiträgen zur Regionalgeschichte, Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses und Chefredakteur der Veröffentlichungen des Vereines.      

15. Hans Adam von Schöning – geb. 1641 in Tamsel, gest. 1696 in Dresden. Brandenburger-preußisches Milität, Feldmarschall. In seiner Jugend studierte er an den Universitäten in Wittenberg und Straßburg. Er bereiste Westeuropa, weilte auf den königlichen Höfen in Paris und London. Nachdem 1664 seine Eltern verstorben waren, kehrte er nach Hause zurück und übernahm das Familiengut. Im selben Jahr trat er dem Johanniterorden bei. Damals begann seine brillante Militärkarriere, während deren er an Kampagnen in Pommern und im Herzogtum Preußen teilnahm. Für seine Verdienste wurde er zum Kommandanten der Festung Spendau ernannt. Berühmt wurde er während der Kriege gegen die Türkei, bei denen er das Brandenburger Kontingent anführte. Platz in der Geschichte erwarb er sich durch die Sturmübernahme von Buda, wofür er den Titel des Feldmarschalls erhielt. Infolge einer Auseinandersetzung mit Marschall von Barfuß bei der Rheinkampagne wechselte er in den Dienst des sächsischen Kurfürsten. Zu Unrecht verhaftet und gefangen gehalten, wurde er vom Kaiser Leopold I. persönlich rehabilitiert. Nach langwieriger Krankheit starb er 1696 in Dresden; bestattet wurde er in der Krypte der Kirche in Tamsel. Hans Adam von Schöning war Eigentümer des Gutshofs in Birkholz. Bis 1945 befand sich in der dortigen Kirche der von ihm gestiftete Abendmahlkelch.

16. Prof. Karl Richard Bruno Schulz – geb. am 24. Februar 1865 in Friedeberg, gest. am 1. April 1932 in Berlin. Architekt, Wissenschaftler und Hochschullehrer. 1893 zum Regierungsbaumeister ernannt. In den Jahren 1897-98 machte er eine Studienreise querdurch den Iran. Bis 1900 war er Mitarbeiter des Ministeriums für Öffentliche Arbeiten in Berlin, im Referat für Landbau. 1899 und 1900 untersuchte er die kirchliche Architektur auf der Insel Torcello (in der Nähe von Venedig). In den Jahren 1900-1904 leitete er die deutschen Ausgrabungen in Baalbek. 1904 wurde er Professor an der Technischen Hochschule in Hannover, wo er Vorträge zur Kunst der Antik und der Renaissance hielt.

17. Prof. Dr. Walther Stuhlfath - geb. 1887, gest. 1974. Deutscher Philosoph, Wissenschaftler und Pädagoge. Verfasser von zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen zur Unterrichtslehre. In den Jahren 1918-1925 war er Lehrer und stellvertretender Leiter der Lehrerausbildungsanstalt in Friedeberg. Anschließend arbeitete er jahrelang als Lehrer bei höheren Lehrerausbildungsanstalten in Elbing, Stettin und Flensburg. Aufsichtsbeamter für Lehrerausbildungsantalten in Ostpreußen. Veranstalter und Teilnehmer von zahlreichen Symposien für Pädagogen.

18. Carl Treu – geb. 1817 in Landsberg (Warthe), Todesdatum und -ort unbekannt.  In den Jahren 1855-1873 Bürgermeister von Friedeberg. Anstoßgeber für den Bau des Rathauses im Stil der Neurenaissance auf dem Altstadtmarkt, das 1872 in Betrieb genommen wurde. Nach 1873 zog er nach Reetz, wo er wahrscheinlich starb und bestattet wurde. Verfasser einer Monografie der Stadt und des Landkreises: Geschichte des Stadt Friedeberg in der Neumark und des Landes Friedeberg, Friedeberg 1865.

19. Wilhelm Uhde - geb. 1874 in Friedeberg, gest. 1947 in Paris. Deutscher Jurist, Kunsthistoriker, Schriftsteller, Kunsthändler und -sammler. Er studierte Jura in München und in der Schweiz, dann reiste er nach Italien, wo er sich der Kunstforschung widmete. Im Jahre 1904 zog er nach Paris, wo er seine eigene Kunstgalerie öffnete. Schnell begann er Gemälde von damals noch unbekannten Künstlern zu kaufen, wie Pablo Picasso oder Georges Braque. Befürworter der „naiven“ Malerei, Entdecker des Werkes von Henri Rousseau, genannt der Zöllner, und anderer Maler dieser Strömung. Seit 1908 Veranstalter von Ausstellungen der kubistischen und impressionistischen Malerei. Verfasser von zahlreichen biografischen Beiträgen (u. a. über Pablo Picasso oder Vincent van Gogh).

20. Erich Arthur Emanuel Wernicke - geb. am 20. April 1859 in Friedeberg, gest. am 20. Mai 1928 in Berlin. Deutscher Immunologe und Mikrobiologe, Entdecker des Serums gegen Diphterie. In den Jahren 1879-1883 studierte er Medizin an der Medizinisch-Chirurgischen Militärakademie und an der Berliner Universität. Er promovierte im Jahre 1885. Im Jahre 1890 arbeitete er mit dem späteren Nobelpreisträger Emil Behring am Impstoff gegen Diphterie zusammen. 1896 zum Professor ernannt, wurde er ein Jahr später Behrings Stellvertreter am Institut für Hygiene an der Universität in Marburg. In den Jahre 1899-1908 weilte er in Posen, wo er u. a. als Rektor der Akademie für Medizin tätig war. Nach dem Ersten Weltkrieg zog er nach Landsberg an der Warthe, wo er das Medizinal Untersuchungsamt gründete. Verfasser von medizinischen Büchern: Verbreitung und Bekämpfung der Tuberkulose in Posen, 1903; Die Immunität bei Diphtherie, 1904 u. a.